Nightmare Magazine #162. März 2026.
Die Welt scheint aus den Fugen. Alte Gewissenheiten sind zu Staub zerbröselt. Was einmal galt, ist nicht mehr da. Die mit Abstand beste der drei Kurzgeschichten des aktuellen Nightmare Magazins schnappt sich diese düstere Weltwahrnehmung und rüttelt die Leser:innen ordentlich durch.
[M]aybe if Heck keeps plowing forward as if the world hasn’t changed, he can bend it back into the shape it was. Or maybe the lies just keep him from acknowledging the loss and giving up. It isn’t perfect, but it isn’t nothing.
Man nehme die legendäre Stephen-King-Erzählung „The Stand“, werfe sie in einen blut- und schleimverschmierten Mixer zusammen mit Lovecrafts „The colour out of Space“, gebe einen ordentlichen Schuss Weltverzweiflung hinzu – et voilà: schon hat man die eindrucksvolle Kurzgeschichte „Will the last one to leave please turn out the lights?“ von Gordon B. White.
Her life goes on. Every day she gets up and she forces her world to keep turning, because one day -she doesn’t know when- things will change. And when they do, Bailey Butler is going to be here.
Nightmare ist das monatlich erscheinende Schwestermagazin von Lightspeed – meines allerliebsten Magazins für SciFi-und Fantasy-Kurzgeschichten, wohingegen Nightmare eben Horror veröffentlicht. Beiden Magazinen gleich ist die hohe Qualität und Originalität der veröffentlichten Kurzgeschichten. In „…turn out the lights?“ ist wie bereits erwähnt der reale Horror unserer Welt erzählerisch eigenwoben.
„Sure,“ the man says. „What the fuck ever. It doesn’t mean anything. Nothing means anything.“
Ich werde hier nichts über den Inhalt dieser Kurzgeschichte erzählen. Sollte jemand Lust bekommen, diese grandiose und sehr gegenwärtige Story zu lesen, wäre jedes Wort eines zuviel.
Die anderen beiden Beiträge dieser Märzausgabe sind ebenfalls absolut lesenswert. Adam-Troy Castros „Her Dark Places“ erzählt von einer Ehe, deren Haltbarkeitsdatum lange überschritten ist. Castro erinnert hier nicht zuletzt an Buttgereits Nekromantik und geht an Grenzen.
Angela Lius „The Doll Problem“ ist, nun ja, Puppenhorror, der sich am uncanny valley bedient.
Mein persönlicher Favorit dockt jedoch am intensivsten an den Zeitgeist an, resonierte am stärksten in mir.
Die Welt, wie sie einmal zu sein schien, zerbröselt nun mal unter unseren Händen.
Ein starker Monat für Nightmare. Eine bittere, wahnsinnig gute Story!
„Why…why did you let…“
„Because it kept you going.“
Heck laughs and it is an ugly, desperate thing. „For what? I should have – should have just let it go. None of it … Nothing means anything.“